Klimaschutz: Energie- und Treibhausbilanz Landkreis Landsberg

Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes wurde für den Landkreis Landsberg 2011 erstmals eine Energie- und CO2 Bilanz erstellt, um eine Bestandsaufnahme für klimaschädliche Emissionen zu erhalten.

In regelmäßigen Abständen sollen laut diesem Konzept die entsprechenden Werte kontrolliert werden, sodass die klimarelevante Entwicklung im Landkreis abgebildet werden kann. Seit damals wurde dies im Jahre 2018 und 2021 gemacht. Nun möchte man in einem dreijährlichen Rhythmus die Klimabilanz weiterhin untersuchen.

Das Monitoring-Team der Geschäftsstelle des Klima-Bündnis e.V. nimmt die Energie- und Treibhausgas-Bilanzen des Landkreises in den Fokus. So beschränke sich der Energieverbrauch im Landkreis hierbei hauptsächlich auf Strom, Wärmeerzeugung und insbesondere dem Verkehrsaufkommen. Auf der Erzeugerseite seien erneuerbare Energien im Landkreis durch die Wasserkraft aus dem Lech so stark vertreten, dass an dieser Stelle Elektrizität exportiert werde. Auch die Solarenergie befinde sich in einem leichten Wachstum. Allerdings fänden nach wie vor auf dem Heizungssektor hauptsächlich Öl- und Gasheizungen Anwendung, und die Mobilität im Verkehr werde überwiegend durch Verbrenner gewährleistet. Das Ziel, bis zum Jahr 2030 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 6 Tonnen vorzuweisen, werde voraussichtlich nicht gelingen.

Daher gelte es, die Kommunen weiterhin deutlich bei der Gewinnung von erneuerbaren Energien zu unterstützen. Aber auch der Ausbau des ÖPNV sei die wohl wichtigsten Maßnahmen in diesem Sektor. Ebenso spielt es eine immer größere Rolle, Privathaushalte und Firmen kompetent zu beraten, sei es um Energie einzusparen oder auf regenerative Energien umzustellen.

Kommentar v. Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Eine Bestandsaufnahme und ständige Kontrolle der klimaschädlichen Emissionen sind selbstverständlich wichtig, damit man sieht, wo man steht. 2023 war das erste Jahr, in dem die Marke von 1,5 Grad Erwärmung dauerhaft erreicht wurde. Im Alltag machte sich das deutlichst bemerkbar mit langen, heißen Trockenperioden. Für die Fauna und Flora bedeutet das Stress. Im Projekt FutureForest wurde z.B. die Klimaveränderung auf den Waldbestand wissenschaftlich untersucht. Man kann davon ausgehen, dass Bäume wie etwa die Fichte, hier bald nicht mehr zum typischen Landschaftsbild zählen. Gleichzeitig erobern invasive Arten neue Nischen bei uns – mit völlig unklaren Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt. Dieser rasante Umbau der Natur hat längst begonnen. Es ist schon überfällig endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um diese Entwicklung zumindest etwas einzudämmen.