Von Rechts: Dr. Markus Büchler (MdL); Gabriele Triebel (MdL); Peter Friedl (Landratskandidat B`90/Die Grünen) Christine Reineking (Sprecherin KV-Landsberg am Lech)

Von Rechts: Dr. Markus Büchler (MdL); Gabriele Triebel (MdL); Peter Friedl (Landratskandidat B`90/Die Grünen) Christine Reineking (Sprecherin KV-Landsberg am Lech)

08.01.20: Mobil auf dem Land

Am 08.01. startete der Kreisverband Landsberg zusammen mit dem OV Kaufering mit dem Thema Mobilität in den Kommunalwahlkampf vor dem mit gut 50 Personen vollbesetzten Veranstaltungsraum.

Dr. Peter Friedl, unser Landratskandidat, führte in das Thema Mobilität ein und stellte die Situation und die Problematik im Landkreis Landsberg dar. Der zunehmende Verkehrrssektor, 12.000 mehr Zulassungen als vor fünf Jahren, sei ein großes Problem, Verkehrsreduktion daher eine Notwendigkeit. Die Alternative sei ein attraktiver ÖPNV, der dringend auszubauen wäre. Als positive Entwicklungen sieht Dr. Peter Friedl die Angebote von Carsharing, MobiLL und Mitfahrerbank, den beabsichtigten Beitritt zum MVV und die angestrebte Reaktivierung der Fuchstalbahn.

Anschließend folgte der mit konkreten Beispielen veranschaulichte Vortrag von Dr. Markus Büchler. Der Landkreis Landsberg bewege sich im Spektrum zwischen urban und ländlich. Geradeim Hinblick auf das Thema Verkehr sei jedoch mit einem noch größeren Zuwachs zu rechnen als bei der Bevölkerungszahl.

Dem habe die Staatsregierung nichts entgegenzusetzen. Nach wie vor setze diese überwiegend auf den Straßenbau, was sich insbesondere an der Höhe der vorgesehenen Investitionen deutlich zeige.

Dr. Markus Büchler wies in diesem Zusammenhang auch auf die Probleme hin, die sich durch eine Förderung des autonomen Fahrens ergeben. Das autonome Fahren erhöhe den motorisierten Individualverkehr.

Die GRÜNEN Lösungen sehen anders aus.

  • Einfache und günstige Tarife für den ÖPNV ◦Wichtiger Baustein hierfür sind Verkehrsverbünde, von denen es noch zu wenige gibt.
  • Ausbau der Bahn ◦Das beinhaltet insbesondere einen attraktiven Schienennahverkehr und eine Reaktivierung von Strecken. In diesem Zusammenhang teilte Markus Büchler mit, dass im 2. Quartal 2020 eine Probeverkehr der Fuchstalbahn mit modernem Zug erfolge.
  • Mehr Busse und verpflichtende Nahverkehrspläne◦Nahverkehrspläne sind bislang für Landkreise freiwillig und beschränkten sich oft nur auf den Schulverkehr. ◦„Garantiert mobil – egal wo du lebst“ ist das Motto des GRÜNEN-Landesverbands. ◦Die Forderung laute konkret: mindestens Stundentakt von 5 – 24 Uhr.
  • Bedarfsverkehr in dünn besiedelten Gebieten – flächendeckend ◦Dazu gehörte eine dauerhafte Förderung des Rufbussystems
  • Mitfahrerbänke – aber nur als kleiner, ergänzender Baustein
  • Digitalisierung nutzen ◦Autonomer ÖPNV als Zubringer zu Hauptlinien ◦Mitfahrgelegenheiten über ein gutes, gemeinsames System
  • Mehr Platz fürs Fahrrad◦Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel begreifen ◦Fahrradwege sichern ◦Fahrradparken an Bahnhöfen – und auch anderswo – als Aufgabe der Kommunen ◦Winterdienst nicht nur fürs Auto
  • Ortszentren stärken ◦Begegnungszonen wie in Österreich ◦Shared Space mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h (in Deutschland nicht zulässig)

Im Anschluss an das Referat von Dr. Markus Büchler erfolgte eine angeregte Diskussion. In deren Verlauf wurden verschiedene Ansätze angesprochen. Dr. Peter Friedl forderte eine Prioritätensetzung für Investitionen und sprach sich für eine Änderung der rechtlichen Regelungen zur Personenbeförderung aus. Dr. Markus Büchler machte diesbezüglich klar, dass es ein öffentliches Angebot über eine App geben müsse, aber keinesfalls in Konkurrenz zum ÖPNV. Individuelle Personenbeförderung sei nur dort evtl. sinnvoll, wo es keinen ÖPNV gebe. Beide stimmten darin überein, dass ein modaler Verbund wichtig sei und in einer App alle Verkehrsmittel dargestellt werden müssen.

Dr. Markus Büchler teilte noch mit, dass es einen Beschluss des Verkehrsausschusses zur Förderung des AST gebe. Allerdings kenne er den aktuellen Stand der Umsetzung nicht, wolle sichhierüber aber erkundigen.

Dr. Peter Friedl machte deutlich, dass es nicht ausreiche, den Beitritt zum MVV abzuwarten. Die Förderung des ÖPNVs habe für ihn schon jetzt Priorität.

Dr. Markus Büchler sprach noch das Thema Radschnellwege an. Bund und Länder hätten Fördermittel bereitgestellt. Aber der Radwegbau sei kommunale Aufgabe. Zudem sei eine Kooperation und Koordination von Landkreisen erforderlich. Erster Schritt sei die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.

Beitrag geschrieben von: U. Gömmer

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