Im Zusammenhang mit einer möglichen Reaktivierung der Fuchstalbahn für den Personenverkehr zwischen Landsberg und Schongau zeigt eine aktuelle Potenzialanalyse eine deutliche Nachfrage an Fahrgästen. Dieser übersteigt sogar deutlich den notwendigen Schwellenwert. Damit ist ein zentrales Kriterium des Freistaats Bayern für eine Reaktivierung voraussichtlich erfüllt.
Die Grüne Fraktion beantragt, über den aktuellen Stand, die Ergebnisse der Gespräche mit den beteiligten Akteuren sowie über mögliche nächste Schritte im Landkreis und in den beteiligten Gemeinden zu berichten.
Die Verwaltung erklärt dazu, dass am 12. Januar hierfür ein Abstimmungsgespräch mit den Landkreisen Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau, dem Bayerischen Verkehrsministerium, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, der DB InfraGO sowie mehreren Bürgermeistern der Anrainerkommunen stattfand.
Die Reaktivierungskriterien des Freistaats Bayern müssten demnach schrittweise erfüllt werden. Dazu zählen insbesondere: eine ausreichende Nachfrage, eine tragfähige Infrastruktur ohne Zuschüsse des Freistaats. Darüber hinaus muss ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen, das die Strecke dauerhaft betreibt, beauftragt werden. Auch ein abgestimmtes Buskonzept der betreffenden Region sei erforderlich. Der Freistaat habe jedoch klargestellt, dass er Reaktivierungen generell nicht aktiv vorantreibe; die Initiative liege bei den Landkreisen.
Eine zentrale Frage sei nun der Zustand der Strecke. Hierfür sei eine Machbarkeitsstude erforderlich. Die DB InfraGO unterstütze das Unterfangen fachlich, werde die Studie jedoch nicht selbst erstellen. Die Landkreise müssen die Untersuchung eigenständig beauftragen, ausschreiben und finanzieren. Dabei soll auch geprüft werden, ob alle vorgesehenen Haltestellen auf der Strecke weiterhin Bestand haben.
Die nächsten Schritte bestünden konkret darin, zunächst die Kosten für die Machbarkeitsstudie zu ermitteln, anschließend mit dem Landkreis Weilheim-Schongau eine mögliche Kostenaufteilung abzustimmen und darauf aufbauend über die Beauftragung der Studie zu entscheiden. Fünf Wochen nach dem Abstimmungsgespräch lägen jedoch weiterhin keine Kostenschätzung der DB InfraGO für die Untersuchung vor; eine verbindliche Frist dafür wurde bislang nicht gesetzt.
Peter Friedl (Grüne) möchte wissen, ob es bereits konkrete Interessenten gebe, die Strecke zu betreiben oder ob diese Frage noch verfrüht sei. Die Verwaltung erläutert, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch kein konkretes Verkehrsunternehmen gefunden werden müsse. Sollte sich im weiteren Verfahren zeigen, dass die Voraussetzungen für eine Reaktivierung erfüllt sind, werde der Betrieb der Strecke regulär ausgeschrieben.
Kommentar v. Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Das Vorgehen des Landkreises Landsberg bei der möglichen Reaktivierung der Fuchstalbahn ist grundsätzlich zu begrüßen. Es ist richtig, aber längst überfällig, dass dieses Thema nun aktiv vorangetrieben und strukturiert geprüft wird. Die Bahnverbindung wäre ein klarer Gewinn für den Landkreis und die gesamte Region – verkehrstechnisch, wirtschaftlich und klimapolitisch. Sie würde die Erreichbarkeit verbessern, Pendler entlasten und den ländlichen Raum nachhaltig stärken.
Gerade deshalb kommt es jetzt auf die Ernsthaftigkeit der weiteren Schritte an. Die Erfahrung aus anderen Regionen zeigt: Projekte scheitern nicht am fehlenden Nutzen, sondern an zögerlichem Handeln, unklaren Zuständigkeiten und der Frage der Kostenverteilung. Genau hier braucht es Verbindlichkeit, Transparenz und Tempo. Der Freistaat stößt solche Vorhaben nicht selbst an – die Initiative liegt vor Ort. Die Fuchstalbahn darf daher kein Dauerprüffall werden. Wenn sie als Chance gesehen wird, muss sie auch mit Nachdruck verfolgt werden.