Der Landkreis Landsberg am Lech stellt den Entwurf seines Haushaltsplans 2026 vor. Der Ergebnishaushalt weist ein Defizit von rund 18,8 Millionen Euro aus, auch die Finanzjahre 2027 bis 2029 schließen mit negativen Salden zwischen 14,6 und 20,7 Millionen Euro. Die vorläufige Umlagekraft steigt um 7,7 Prozent auf 220,6 Millionen Euro, der Hebesatz der Kreisumlage ist im Entwurf auf 56 Prozent geplant. Damit sollen unter anderem die Erhöhungen der Bezirksumlage ausgeglichen werden.
Ein Schwerpunkt des Haushalts liegt auf Investitionen in Bildung, Verwaltung und Infrastruktur. Geplant sind unter anderem Neubauten und Sanierungen von Schulen, die Generalsanierung beruflicher Schulen, die Kinderpflegeschule, Schülerbeförderung sowie umfangreiche Investitionen in das Klinikum Landsberg. Um diese Maßnahmen zu finanzieren, ist für 2026 eine Kreditaufnahme von rund 70 Millionen Euro vorgesehen. Die Nettoneuverschuldung des Landkreises steigt bis 2029 voraussichtlich auf über 302 Millionen Euro.
Die Personalkosten liegen über dem bayerischen Durchschnitt, was Kritik in der Grünen Fraktion auslöst, so frägt z.B. Martin Erdmann (Grüne) nach den Hintergründen dieser hohen Zahl. Die Verwaltung betont jedoch, dass der Landkreis mehr Aufgaben als andere Landkreise übernimmt – etwa in der Abfallwirtschaft, den Landkreisbädern und Seniorenheimen. Daher sei mehr Personal notwendig als in anderen Landkreisen. Für 2026 sind 25,12 neue Stellen vorgesehen, darunter 19,5 durch die Übernahme von Mitarbeitenden von Regens Wagner.
Trotz der Defizite soll der Haushalt durch Rücklagen und Fördermittel ausgeglichen werden. Gegen 18.00 Uhr endet jedoch der erste Teil der Beratung. Die Fortführung der Haushaltspräsentation und die anschließende Debatte über mögliche Einsparungen und die Höhe der Kreisumlage findet voraussichtlich in der nächsten Sitzung am 2. Dezember statt.
Kommentar von Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Die Investitionen des Landkreises in Bildung und Gesundheit sind zweifellos sinnvoll und notwendig. Dennoch ist die geplante Kreisumlage von 56 Prozent erneut viel zu hoch angesetzt. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass die tatsächlichen Haushaltsabschlüsse regelmäßig besser ausfallen als die Planung – teils deutlich. Statt die Umlage jetzt schon zu erhöhen, wäre es verantwortungsvoller, sie auf dem bisherigen Niveau zu belassen oder sogar zu senken und erst bei Bedarf über einen Nachtragshaushalt anzupassen. So würden die Kommunen und damit die Bürgerinnen und Bürger nicht unnötig belastet, während die geplanten Investitionen weiterhin gesichert blieben. Es bleibt zu hoffen, dass der Kreistag hier einen klaren, bürgerfreundlichen Kurs einschlägt.