Der Finanz- und Kreisausschuss haben in ihren Sitzungen am 18. November und 2. Dezember 2025 den Haushaltsplan für das kommende Jahr beraten. Der Gesamthaushalt gliedert sich in 45 Teilhaushalte, die jeweils einen Ergebnishaushalt mit Erträgen und Aufwendungen sowie einen Finanzhaushalt mit Ein- und Auszahlungen aus Verwaltung, Investitionen und Finanzierung umfassen.
Die Umlagekraft des Landkreises steigt 2026 auf 220,6 Millionen Euro – das entspricht einem Plus von 7,7 % gegenüber 2025. Der Kreisausschuss daher bereits einen unveränderten Kreisumlagehebesatz von 53,25 % empfohlen. Nach Einschätzung der Verwaltung gefährdet dies die Leistungsfähigkeit der Gemeinden nicht.
Auf der Ausgabenseite steigt die Bezirksumlage auf 24,7 %. Der Ergebnishaushalt schließt mit einem Defizit von 23,45 Millionen Euro, der Finanzhaushalt mit Minus 9,37 Millionen Euro; unter Berücksichtigung der vorhandenen Mittel ergibt sich eine Finanzierungslücke von rund 3,86 Millionen Euro. Die laufende Verwaltung generiert nicht genügend Liquidität, um ordentliche Tilgungen zu decken, ein Problem, das sich auch in den Folgejahren fortsetzt.
Landrat Eichinger (CSU) weist darauf hin, dass steigende Sozialausgaben und wachsende Aufgaben den Haushalt belasteten. Dennoch verfüge der Landkreis über Reserven, und der Haushaltsplan sei solide aufgestellt. Investitionen sollen gezielt in Gesundheit, Bildung, Schulen und das Wohlergehen der Bevölkerung fließen, um die langfristige Stabilität zu sichern.
Vor der Abstimmung kommen jedoch noch die Vertreter*innen des Kreistages zu Wort – die Haushaltsreden der Fraktionen spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider: Daniela Groß (Grüne) weist in ihrer Rede darauf hin, dass der Jahresabschluss 2023 erneut eine erhebliche Diskrepanz zwischen Planung und Realität zeige: Statt des geplanten Defizits von 6 Millionen Euro schließe der Landkreis mit einem Überschuss von 11 Millionen Euro ab. Diese Schieflage erschwere eine ehrliche politische Bewertung.
Groß kritisiert weiterhin überdimensionierte Ausgaben wie z.B. einen Küchenumbau im Landratsamt für 280.000 Euro und die unrealistische Planung von 3 Millionen Euro für das neu erworbene Gebäude in der Lechwiesenstraße – Priorisierung, personelle Kapazitäten und ein strukturelles Gesamtkonzept fehlten weiterhin. Positiv wird das Bürgerbegehren zum Neubau des Landratsamts bewertet, das ein klares Signal für Maßhalten und Verantwortung gesetzt habe.
Die Kreisumlage werde ausdrücklich unterstützt, auch weil eine ursprünglich geplante Erhöhung ausgesetzt wurde. Gleichzeitig werde allerdings der Haushalt in seiner Gesamtheit abgelehnt, da er falsche Prioritäten setze, nicht realistisch sei und zentrale strukturelle Fragen unbeantwortet lasse. Ziel der Fraktion bleibe ein verlässlicher, maßvoller Haushalt, der die kommunale Familie insgesamt im Blick behalte.
Die CSU betont in ihrer Rede die erreichten Fortschritte u.a. bei Klinikum, Schulen, Ammersee-Gymnasium, DZG und Seniorenheimen trotz steigender Belastungen.
Die SPD vergleicht den Landkreis mit einem kranken Patienten, dessen Zustand kritisch sei; politische Glaubwürdigkeit und frühzeitige Planung seien vor der Wahl besonders wichtig.
Alle übrigen Fraktionen weisen im Wesentlichen ebenfalls auf die finanzielle Lage hin – und alle danken für die gute Zusammenarbeit. Bei einer getrennten Abstimmung wird die gleichbleibende Kreisumlage mit sehr großer Mehrheit beschlossen. Der Haushalt einschließlich Finanzplanung wird mehrheitlich gegen die Stimmen der Grünen Fraktion verabschiedet.
Kommentar v. Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Das Vorgehen bei der Haushaltsplanung ist wie jedes Jahr ähnlich: Es wird ein Haushalt präsentiert, der von vornherein eigentlich nicht genehmigungsfähig ist, mit hohen Defiziten und unrealistischen Ansätzen. Dann sollen die Ausschüsse im Vorfeld „es richten“ und der Kreistag im Anschluss absegnen – das kann auf Dauer nicht funktionieren. So entsteht ein Flickwerk aus Korrekturen, Nachfragen und Nachbesserungen, das weder planbar noch transparent ist. Viel sinnvoller wäre ein anderer Ansatz: Die Verwaltung sollte von Anfang an einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen, mit realistischen Annahmen, einer stabilen Kreisumlage und nachvollziehbaren Personalkosten. Gleichzeitig sollte sie transparent darstellen, welche Maßnahmen nötig sind, um dieses Ergebnis zu erreichen oder welche Einsparungen oder Investitionsprioritäten dafür gesetzt werden müssen. Sollte es dann im laufenden Jahr zu unvorhergesehenen Ausgaben kommen, könnte jeder Zeit ein Nachtragshaushalt verabschiedet werden.