QuartierPflege als neues Kommunalunternehmen

Der Landkreis Landsberg am Lech treibt die Umsetzung des Konzepts „QuartierPflege“ konsequent voran, um die pflegerische Versorgung insbesondere in kleineren Ortsteilen langfristig sicherzustellen. Für das Projekt wurden Gesamtausgaben in Höhe von 800.000 Euro veranschlagt. Aus der Förderrichtlinie „Gute Pflege in Bayern“ (GutePflegeFör) wurden hierfür Fördermittel in Höhe von bis zu 580.000 Euro bewilligt, was einer Förderquote von 70 Prozent entspricht. Voraussetzung für die Auszahlung ist ein Kreistagsbeschluss zur Sicherstellung des Eigenanteils.

Unter dem Strich verbleibt für den Landkreis ein gestaffelter Eigenanteil von insgesamt rund 113.000 Euro bis 2028. Parallel dazu wurde Anfang 2025 ein kommunaler ambulanter Pflegedienst gegründet, der Nachbarschaften aktiv einbindet und Leistungen wie Alltagsbegleitung, haushaltsnahe Dienstleistungen und einfache Grundpflege anbietet. Erste Pilotquartiere, etwa in Erpfting, verzeichnen positive Rückmeldungen.

Um Flexibilität und eine potenzielle Beteiligung weiterer Kommunen zu ermöglichen, soll die QuartierPflege künftig in ein Kommunalunternehmen überführt werden. In den betreuten Gebieten leben rund 520 Pflegebedürftige, von denen etwa 150 versorgt werden sollen. Trotz anfänglicher Verluste wird ab 2029 ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Der Kreistag stimmt der Gründung und Finanzierung der QuartierPflege zu.

Kommentar v. Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Die QuartierPflege kann ein wichtiger Baustein zur Sicherung der pflegerischen Grundversorgung im Landkreis Landsberg in den kommenden Jahren werden. Vor dem Hintergrund eines stetig wachsenden Pflegebedarfs besteht zweifellos erheblicher Handlungsdruck. Ob die Gründung eines eigenen Kommunalunternehmens hierfür der richtige und nachhaltigste Ansatz ist, wird sich jedoch erst zeigen müssen. Die damit verbundenen finanziellen und organisatorischen Risiken sollten dabei sorgfältig und kritisch bewertet werden.