Im Lauf der Haushaltsberatung stellt die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für den Haushalt 2026 den Antrag, das Budget für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einschließlich der Stabstelle „Persönlicher Referent des Landrats“ um 40 % von 644.700 € auf 386.820 € zu reduzieren.
Hintergrund ist die anhaltend hohe Personalkostenbelastung des Landkreises Landsberg, die 2023 mit 271 € pro Einwohner im Bezirk Oberbayern die zweithöchsten in Bayern waren, 24,4 % über dem bayerischen Durchschnitt. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich in den letzten drei Jahren um fast 40 %.
Die Fraktion betont, dass die Bürgerinformation weiterhin gesichert bleibt, etwa durch vierteljährliche Printausgaben des Landkreismagazins und die Bereitstellung aller Inhalte auf der Website. Eine Reduzierung der Social-Media-Aktivitäten sowie der nicht zwingend erforderlichen Inhalte sei ausreichend, um die Kosten zu senken, ohne die Informationspflicht zu beeinträchtigen.
Zudem sollen die Stellen in diesem Bereich von 7,85 auf 4,0 reduziert werden, wobei die Verwaltung sozialverträgliche Umsetzungsmöglichkeiten prüfen soll. Die Maßnahme wird als erster Schritt gesehen, um den Personalaufbau zu begrenzen und die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landkreises zu sichern. Weitere Einsparungen werden notwendig sein, um die hohen Kreisumlagen auszugleichen und langfristig das Niveau der Personalkosten an den bayerischen Durchschnitt anzupassen.
Der Finanz- und Kreisausschuss lehnt den Antrag gegen die Stimmen der Grünen Fraktion mehrheitlich ab.
Kommentar v. Kilian Fitzpatrick (Kreisrat): Natürlich ist es wichtig, dass der Landkreis die Bürgerinnen und Bürger informiert. Aber der Landkreis ist kein Influencer und sollte seine Social-Media-Präsenz nicht unnötig ausweiten oder gar versuchen in die Fußstapfen des unsäglichen „Vorbilds“ aus München zu treten. Vielfältige Posts, Bilder und Social-Media-Aktionen, die vor allem Aufmerksamkeit erzeugen sollen, sind hier fehl am Platz. Ziel muss Effizienz und Informationsgehalt sein, nicht Reichweitenrekorde. Eine Reduzierung der Beiträge bei gleichzeitiger Sicherstellung der zentralen Informationen ist daher sinnvoll und spart Kosten, ohne die Bürgernähe zu gefährden.